Lehmputze


Lehmputz ist wasserlöslich.
Im Außenbereich ist er damit in niederschlagsreichen Regionen Einschränkungen
unterworfen. In Innenräumen dagegen besitzt der Lehm besonders durch seine feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften viele Vorteile gegenüber konventionellem,
zementgebundenem Putzmörtel.




Die hohe Bindekraft des Lehms, welche er als Rohstoff bereits aufweist, kann
zusätzlich durch die Beigabe von Pflanzenstärke und Fasernmaterial (Stroh, Schilf,
Pferdedung, Zellulose) verbessert werden. Wie bei anderen Baustoffen
(beispielsweise Kalk- oder Gipsmörtel, Beton) sorgt eine ausgewogene Sieblinie
für eine widerstandsfähige, harte Oberfläche von hoher Festigkeit.
Bei geeigneter Verarbeitung ist der Einsatz von Lehmputz selbst in Badezimmern außerhalb des Spritzwasserbereiches möglich.

Einfluss auf das Raumklima

Grundsätzlich wirken sich alle Wandbeschichtungen auf das Raumklima aus:
diffusionsoffene, also "dampfdurchlässige" Beschichtungen, kapillarleitfähig
ausgeführt, ermöglichen es, dass dahinter liegende Wandschichten Feuchtigkeit
aufnehmen und wieder abgeben können.
In Verbindung mit der Eigenschaft des Lehmputzes, sehr viel Feuchtigkeit
aufzunehmen (bis zu neun mal mehr als Gips), bildet sich ein Klimapuffer an der
Wand, der Feuchte aufnimmt und sie bei geringer Luftfeuchtigkeit wieder abgibt.
Lehmputze stehen mit diesen Eigenschaften im Gegensatz zu sogenannten
"filmbildenden" Oberflächen wie Dispersionsfarbe und Latexfarbe, die wenig oder
keine Feuchtigkeit in dahinterliegende Schichten hindurchlassen.

Den größten Einfluss auf die Fähigkeit des Lehmputzes für die Klimapuffer-
wirkung hat die Flächer der verputzten Wand. Die Schichtstärke des Lehms ist
bei der Nutzung von Räumen von nachrangiger Bedeutung, denn mehr als 80%
der Feuchtigkeit wird zunächst in den oberen zwei Milimetern der Lehmwand
gebunden. Lediglich 10 mm sind bei "normalem Wohnverhalten" für die
"Klimapuffer-Wirkung" relevant, da die Reaktionsfähigkeit starker Putzlagen
(> 20 mm) zu träge ist, um auf die ständig wechselnde Raumfeuchte reagieren
zu können.

Lehm speichert Wärme (in Abhängigkeit von der eingebauten Menge) und
aufgrund der hohen spezifischen Wärmekapazität sind Lehmwände in der Lage
Temperaturunterschiede auszugleichen. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt
0,47 ... 0,93 W/m K.


Spachteltechniken